Grunau Baby IIb D-3637

Der Kauf

Sven wollte als Modellflieger schon immer einmal ein Grunau Baby bauen und fliegen. Also bat er seine Frau, ihm einen Bausatz oder Bauplan eines Babys zu schenken. Nichts geschah, bis Sven im Internet im Herbst 2003 die Anzeige von Jürgen Dellzeit aus Idar Oberstein sah. Der bot sein Baby in einem reparaturbedürftigen Zustand an. Das Baby war seit 1992 stillgelegt. Flugs wurden Telefonate geführt. Dann kam auch noch eine Foto-CD. Der Reparaturaufwand schien in Ordnung, also fuhr Sven mit seinem großen Bruder Michael nach Idar Oberstein mit der festen Absicht, das Baby zu kaufen. Jürgen und Sven verstanden sich prima. Da war der Kauf perfekt. Also Anhänger ran und zurück nach Strausberg. Ganz schöne Tour an einem Tag!



 Die Befundung

Das Baby stand nun in der Werkstatt. Stück für Stück wurde es geöffnet. In der linken Torsionsnase hatte es einen Wasserschaden. Da sah alles ganz schön vergammelt aus.

                          

 

Da war nichts mehr zu retten.



Die Rohbauarbeiten

Also wurden bis zum Klappenkasten alle Rippen neu gebaut. Anschließend wurde nach Original Bauunterlagen die Tragfläche neu beplankt.



Beim Drehen klapperte es immer so merkwürdig. Irgendetwas Großes, Schweres war in der Tragfläche. Als wir an der vermuteten Stelle den Lack entfernten war dort ein dunkler Fleck. Da wusste Sven schon bescheid, ein Leichenfleck! In der Tragfläche ist bestimmt ein Tier verendet. So war es auch, eine Feldmaus war hier vor langer Zeit verstorben und hatte zuvor noch ein paar Rippen angenagt.



Da wir gerade dabei waren, wurde auch die rechte Tragfläche von der Bespannung und der Farbe befreit. Alte Reparaturstellen wurden entfernt und im Ganzen neu beplankt. Gepresst wurde mit Schablonen und Spanngurten.

                                                                     

Der Rumpf wurde ebenfalls von der Farbe befreit und begutachtet. Er brauchte nicht neu beplankt werden. Die Steuerung wurde von Tobias komplett überholt bzw. erneuert. Lutz Rechtenbach und Jörg Bradschetl sorgten für ein neues Instrumentenbrett. Es wurde aus Aluminium gefräst.



Das Bespannen

Nun wurde der Flieger bespannt. Aus historischen Gründen haben wir uns hier für Baumwolle entschieden.



Auf der Unterseite wurden alle Rippen vernäht und mit Zackenband abgedeckt – eine sehr sehr langwierige Beschäftigung. Danach wurde 5x mit Spannlack
gestrichen.



Das Lackieren

Abschließend wurde lackiert. Die Holzteile wurde gefüllert und gelb mit DD Lack lackiert. Die Bespannung wurde mit farblosen DD- Lack lackiert.

                      

 



Die Endabnahme

Im Frühjahr 2007 erfolgte dann endlich die Endnahme durch den Prüfleiter unseres LTB - allerdings in zwei Etappen. Zusammen mit Lutz Rechtenbach, Martin Rechtenbach, Ralf Seeber, Rigo Rose, Frank-Dieter Lemke rüsteten wir (Sven und Tobias) das Baby am Wochenende zuvor auf und trafen letzte Vorbereitungen, damit dann am folgenden Dienstag die Prüfung reibungslos vonstatten gehen kann.

                                                                 

                                                                  

                                                    

Da der Prüfer etwas wenig Zeit mitgebracht hatte, wurde ein zweiter Termin vereinbart. Leider schaffte es der Prüfer nicht nochmals zu uns, sodass Sven und Tobias sich entschieden ihn spontan Anfang Mai in Dessau aufzusuchen. So bekamen wir endlich den begehrten Stempel und konnten nun die VVZ beantragen.



Fazit

Die Grundüberholung wurde viel größer als geplant und kostete Zeitweise eine Menge Nerven. Trotzdem dachten wir nie ans aufgeben.

Wir hatten aber auch eine Menge Spaß und haben viel über die Technik des Holzbaus und über menschliches Verhalten gelernt!