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Der Kauf
Sven wollte als Modellflieger schon immer einmal ein Grunau Baby bauen und
fliegen. Also bat er seine Frau, ihm einen Bausatz oder Bauplan eines Babys zu schenken.
Nichts geschah, bis Sven im Internet im Herbst 2003 die Anzeige von Jürgen Dellzeit aus
Idar Oberstein sah. Der bot sein Baby in einem reparaturbedürftigen Zustand an. Das Baby
war seit 1992 stillgelegt. Flugs wurden Telefonate geführt. Dann kam auch noch eine
Foto-CD. Der Reparaturaufwand schien in Ordnung, also fuhr Sven mit seinem großen Bruder
Michael nach Idar Oberstein mit der festen Absicht, das Baby zu kaufen. Jürgen und Sven
verstanden sich prima. Da war der Kauf perfekt. Also Anhänger ran und zurück nach
Strausberg. Ganz schöne Tour an einem Tag!
 
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Die
Befundung
Das Baby stand nun
in der Werkstatt. Stück für Stück wurde es geöffnet. In der linken Torsionsnase hatte es einen
Wasserschaden. Da sah alles ganz schön vergammelt aus.

Da war nichts mehr
zu retten.
Die
Rohbauarbeiten
Also wurden bis zum Klappenkasten alle Rippen neu gebaut.
Anschließend wurde nach Original Bauunterlagen die Tragfläche neu
beplankt.
 
Beim Drehen klapperte es immer so merkwürdig. Irgendetwas Großes,
Schweres war in der Tragfläche. Als wir an der vermuteten Stelle den Lack entfernten war dort ein
dunkler Fleck. Da wusste Sven schon bescheid, ein Leichenfleck! In der Tragfläche ist bestimmt ein
Tier verendet. So war es auch, eine Feldmaus war hier vor langer Zeit verstorben und hatte zuvor
noch ein paar Rippen angenagt.

Da wir gerade dabei waren, wurde auch die rechte Tragfläche von der Bespannung und
der Farbe befreit. Alte Reparaturstellen wurden entfernt und im Ganzen neu beplankt. Gepresst wurde
mit Schablonen und Spanngurten.
 

Der Rumpf wurde
ebenfalls von der Farbe befreit und begutachtet. Er brauchte nicht neu beplankt werden. Die
Steuerung wurde von Tobias komplett überholt bzw. erneuert. Lutz Rechtenbach und Jörg Bradschetl
sorgten für ein neues Instrumentenbrett. Es wurde aus Aluminium gefräst.
Das Bespannen
Nun wurde der
Flieger bespannt. Aus historischen Gründen haben wir uns hier für Baumwolle entschieden.
 
Auf der Unterseite wurden alle Rippen vernäht und
mit Zackenband abgedeckt – eine sehr sehr langwierige Beschäftigung. Danach wurde 5x mit
Spannlack
gestrichen.
Das Lackieren
Abschließend wurde lackiert. Die Holzteile wurde gefüllert und gelb
mit DD Lack lackiert. Die Bespannung wurde mit farblosen DD- Lack
lackiert.
 
Die Endabnahme
Im Frühjahr 2007 erfolgte dann endlich die Endnahme durch den Prüfleiter unseres LTB - allerdings
in zwei Etappen. Zusammen mit Lutz Rechtenbach, Martin Rechtenbach, Ralf Seeber, Rigo Rose,
Frank-Dieter Lemke rüsteten wir (Sven und Tobias) das Baby am Wochenende zuvor auf und trafen
letzte Vorbereitungen, damit dann am folgenden Dienstag die Prüfung reibungslos vonstatten gehen
kann.



Da der Prüfer etwas wenig Zeit mitgebracht hatte, wurde ein zweiter Termin vereinbart. Leider
schaffte es der Prüfer nicht nochmals zu uns, sodass Sven und Tobias sich entschieden ihn spontan
Anfang Mai in Dessau aufzusuchen. So bekamen wir endlich den begehrten Stempel und konnten nun die
VVZ beantragen.
Fazit
Die
Grundüberholung wurde viel größer als geplant und kostete Zeitweise eine Menge Nerven. Trotzdem
dachten wir nie ans aufgeben.
Wir hatten aber
auch eine Menge Spaß und haben viel über die Technik des Holzbaus und über menschliches Verhalten
gelernt!
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